Schriftsatz-Entwürfe mit KI: der Rohling kommt aus der Akte

Ein KI-gestützter Schriftsatz-Entwurf entsteht in der Anwaltskanzlei aus der Aktenlage und den eigenen Mustern des Hauses: Struktur, Sachverhalt und wiederkehrende Passagen stehen, der Berufsträger prüft und gibt frei. Ein Versand an Gericht oder Mandant ohne Freigabe ist ausgeschlossen.

Ausgedruckter Schriftsatz-Entwurf mit handschriftlichen Korrekturen

Vorher und nachher

Was sich im Alltag ändert

Heute
  • Der Entwurf beginnt beim weißen Blatt oder bei einem alten Schriftsatz, der mühsam umgeschrieben wird.
  • Der Sachverhalt wird aus der Akte neu zusammengetragen, obwohl alles schon dokumentiert ist.
  • Wer schnell sein will, kopiert Passagen in einen privaten ChatGPT-Account.
Mit Entwurfs-Workflow
  • Struktur und Sachverhaltsdarstellung stehen als Rohling bereit, gespeist aus den Dokumenten des Mandats.
  • Bezugnahmen kommen mit Fundstelle, die Prüfung geht schneller als das Schreiben.
  • Der erlaubte Weg ist der bequemere, damit erledigt sich die Schatten-KI von selbst.

Aufbau

Woraus der Entwurf entsteht

Aktenlage als Grundlage

Der Entwurf entsteht aus den Dokumenten des Mandats, nicht aus einer allgemeinen Vorstellung des Modells vom Sachverhalt. Geladen werden nur die Unterlagen, die der Fall braucht.

Ihre Kanzleisprache

Als Muster dienen Ihre eigenen Schriftsätze. Aufbau, Ansprache und Formulierungsgewohnheiten kommen aus dem Haus, damit der Entwurf nicht nach Standardtext klingt.

Belegte Bezugnahmen

Verweise auf Anlagen und Aktenstellen werden mit Fundstelle ausgegeben, damit die Prüfung nicht zur zweiten Recherche wird.

Freigabe als Pflichtschritt

Der Entwurf landet zur Bearbeitung beim Berufsträger. Ein Versand an Gericht oder Mandant ohne Freigabe ist im Ablauf nicht vorgesehen, nicht bloß abgeschaltet.

Woraus ein Schriftsatz-Entwurf in der Kanzlei entsteht

Die Muster und Vorlagen dafür kommen aus der Wissensdatenbank der Kanzlei, der berufsrechtliche Rahmen aus dem Gateway nach § 43e BRAO.

Häufig gestellte Fragen

Was Kanzleien uns zu KI-gestützten Entwürfen am häufigsten fragen.

Schreibt die KI den Schriftsatz?

Nein, sie schreibt einen Rohling. Struktur, Sachverhaltsdarstellung und die wiederkehrenden Passagen stehen, die juristische Argumentation und die Verantwortung bleiben beim Anwalt. Die BRAK hat klargestellt, dass KI die gewissenhafte anwaltliche Leistung unterstützt, aber nicht ersetzt, und dass die Endkontrolle vor Versand Pflicht bleibt.

Wie viel Zeit spart das realistisch?

Der Gewinn liegt beim ersten Drittel eines Schriftsatzes, also bei Struktur, Sachverhalt und Standardpassagen. Bei wiederkehrenden Verfahrenstypen ist das der größte Teil der Tipparbeit. Bei einem Schriftsatz, der vollständig aus neuer Argumentation besteht, ist der Gewinn klein, und dann sagen wir das auch.

Braucht jedes Mandat eine Einwilligung dafür?

Sobald der Entwurf aus Mandatsinhalten entsteht, ja, so verlangt es § 43e Abs. 5 BRAO. Deshalb sitzt vor der Umgebung ein Einwilligungs-Flag pro Mandat. Wie diese Trennung technisch funktioniert, beschreibt unsere Seite zum Gateway nach § 43e BRAO.

Was ist mit Halluzinationen bei Fundstellen?

Genau deshalb arbeiten wir mit Bezug auf die eigenen Dokumente statt auf freies Modellwissen. Zitierte Stellen werden mit Quellverweis ausgegeben, sodass sie am Original prüfbar sind. Für Rechtsprechung und Literatur bleibt die Prüfung an der amtlichen Quelle unverzichtbar, dabei hilft kein Modell.

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