RA-MICRO anbinden: Automatisierung ohne offene Schnittstelle

RA-MICRO ist eine der verbreitetsten Kanzleisoftwares in Deutschland, dokumentiert für Drittsysteme aber keine offene REST-API. Automatisierung läuft deshalb über die Dokumentenablage, über Exporte und über das beA-Postfach. Damit lassen sich Posteingang, Zuordnung und Fristerkennung automatisieren, während der Eintrag im Programm ein bestätigter Schritt bleibt.

Patchpanel mit sortierten Netzwerkkabeln

Die ehrliche Ausgangslage

Viele Automatisierungsangebote setzen stillschweigend voraus, dass jede Software eine API hat. Bei RA-MICRO ist das nicht der Fall, und wer das erst im Projekt merkt, baut entweder etwas Fragiles oder liefert gar nicht.

Wir sagen es deshalb vorher: Der Weg ist ein anderer als bei einer Cloud-Software, das Ergebnis im Alltag aber vergleichbar. Der Unterschied liegt im Rückschreiben, nicht im Lesen und Verstehen.

Anbindungswege

Vier Wege, die tragen

Dokumentenablage

RA-MICRO legt Dokumente strukturiert ab. Diese Struktur ist der verlässlichste Ansatzpunkt: Neue Dateien werden erkannt, gelesen, klassifiziert und ausgewertet, ohne dass in das Programm hineingegriffen wird.

Exporte

Wo RA-MICRO Listen und Auswertungen ausgeben kann, nutzen wir das als Datenquelle. Regelmäßige Exporte sind unelegant, aber stabil, und sie brechen nicht mit dem nächsten Programmupdate.

beA-Postfach

Der elektronische Rechtsverkehr läuft ohnehin über beA. Für den Eingang ist das ein eigener, gut greifbarer Kanal, unabhängig davon, was die Kanzleisoftware nach außen freigibt.

Vorlage statt Rückschreiben

Was nicht zuverlässig zurückgeschrieben werden kann, wird als fertige Aufgabe vorgelegt: alle Daten aufbereitet, ein Schritt zum Eintragen. Das ist ehrlicher als eine brüchige Automatik.

Vier Wege, über die Workflows an RA-MICRO andocken

Abgrenzung

Was wir bewusst nicht bauen

Es gäbe Wege, die technisch funktionieren und trotzdem falsch sind. Wir nennen sie hier, damit klar ist, wo unsere Grenze liegt.

Keine Oberflächen-Fernsteuerung

Ein Skript, das Mausklicks im Programm nachahmt, funktioniert bis zum nächsten Update und fällt dann still aus. In einer Kanzlei, in der Fristen an Abläufen hängen, ist stiller Ausfall der schlechteste Fehlermodus.

Kein direkter Datenbankzugriff

Schreibend in die Datenbank eines Kanzleiprogramms zu greifen, ist ein Risiko für die Datenintegrität und im Zweifel nicht vom Vertrag mit dem Hersteller gedeckt. Lesende Auswertungen prüfen wir im Einzelfall gemeinsam mit Ihnen.

Einordnung

Was darauf aufsetzt

Steht die Anbindung, laufen darauf der Posteingangs-Agent und der Fristen-Agent. Kanzleien mit actaport nehmen stattdessen den actaport Connector, der direkt über die REST-API arbeitet.

Häufig gestellte Fragen

Was Kanzleien uns zur Anbindung von RA-MICRO am häufigsten fragen.

Hat RA-MICRO eine API für Drittsysteme?

Öffentlich dokumentiert findet sich keine REST-API für Drittanbieter. RA-MICRO beschreibt sich als Kanzleisoftware mit Modulen für E-Akte, beA, Fristen, Gebühren, Zwangsvollstreckung und Buchhaltung, wahlweise lokal oder in der RA-MICRO Cloud betrieben. Für Automatisierung heißt das: Der Weg führt über die Ablage, über Exporte und über beA, nicht über eine Schnittstelle. Ob in Ihrer Installation oder Ihrem Vertrag mehr möglich ist, klären wir mit Ihnen und gegebenenfalls mit dem Hersteller.

Ist das dann Bastelei?

Nein, aber es ist eine andere Bauweise. Statt eine API aufzurufen, arbeiten wir mit den Artefakten, die das Programm ohnehin erzeugt. Das ist robuster, als es klingt, weil Ablagestrukturen sich seltener ändern als Programmoberflächen. Was wir nicht tun: die Oberfläche fernsteuern oder direkt in die Datenbank schreiben. Beides ist fragil und im Zweifel nicht vom Vertrag mit dem Hersteller gedeckt.

Was lässt sich damit realistisch automatisieren?

Der gesamte Eingangsweg: Post lesen, klassifizieren, der Akte zuordnen, Fristbezug erkennen, Aufgaben verteilen, Entwürfe vorbereiten und Auswertungen erzeugen. Was schwerer wird, ist das automatische Zurückschreiben in RA-MICRO. Genau deshalb legen wir dort vor, statt zu schreiben.

Lohnt sich ein Wechsel zu actaport?

Das ist eine Entscheidung über die Kanzleisoftware, nicht über Automatisierung, und die treffen wir nicht für Sie. Fakt ist: Mit einer offenen REST-API ist die Anbindung schneller und günstiger. Wenn ein Wechsel ohnehin im Raum steht, ist das ein Argument. Wenn nicht, ist RA-MICRO kein Ausschlusskriterium für Automatisierung.

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