n8n hat sein Cloud-Pricing in den vergangenen achtzehn Monaten mehrfach angepasst. Die Tarif-Namen sind geblieben, die Limits und Preise sind feiner geworden. Wer im Frühling 2026 ein Pricing-Sheet aus 2024 öffnet, schaut auf veraltete Zahlen. Dieser Beitrag rechnet mit den heute gültigen Tarifen und zeigt, wo die Schwellen liegen, an denen sich ein Wechsel lohnt oder gerade nicht.
Wer zuerst die strategische Einordnung sucht, was n8n überhaupt ist und wie die Plattform technisch aufgebaut ist, findet das in unserer Einführung in n8n. Hier geht es ausschließlich um die Pricing-Mathematik: welcher Plan für welches Volumen, wann sich Self-Hosting gegen Cloud rechnet und welche Posten in keinem Tarif-Blatt auftauchen.

n8n Cloud kennt drei Stufen. Alle drei rechnen nach Workflow-Executions, nicht nach Tasks oder Operations. Eine Execution ist ein vollständiger Durchlauf eines Workflows vom Trigger bis zum letzten Node. Ob darin fünf oder fünfzig Schritte stecken, spielt für das Pricing keine Rolle.
Enthält 2.500 Executions und fünf aktive Workflows. Geeignet für Einzelnutzer, Solopreneure und kleine Teams mit überschaubarem Volumen. Bei monatlicher Zahlung steigen die Kosten auf rund 30 Euro. Inkludiert sind alle Standard-Nodes, Webhook-Trigger und sieben Tage Execution-History.
Vierfaches Volumen für gerade einmal das 2,5-fache des Starter-Preises. 10.000 Executions, 15 aktive Workflows, Admin-Funktionen für mehrere Nutzer und vierzehn Tage Execution-History. Der typische Mittelstands-Tarif für Teams, die produktive Automationen ohne IT-Aufwand fahren wollen.
Üblicherweise im niedrigen vierstelligen Bereich pro Monat. Beinhaltet SSO/SAML, granulares RBAC, externe Secret-Stores, Log-Streaming an SIEMs, Audit-Logs, längere Execution-History, dedizierte Cloud-Instanzen und einen vertraglichen SLA. Für Konzerne, regulierte Branchen oder größere Mittelständler mit Compliance-Pflichten.
Das Execution-Modell ist der wichtigste Unterschied zu klassischen iPaaS-Tools. Wer aus Zapier oder Make kommt, denkt in Tasks oder Operations. Bei n8n ist das egal. Die Logik in zwei Sätzen: Eine Execution wird gezählt, wenn ein Trigger feuert und der Workflow startet. Was danach an Nodes ausgeführt wird, kostet nichts extra.
Praxisbeispiel: Ein Workflow zieht aus dem Mail-Postfach eingehende Bestellungen, ruft die OpenAI-API zur Strukturierung, schreibt die Daten ins ERP, sendet eine Bestätigung und protokolliert das Ergebnis in einer Datenbank. Sechs Nodes, eine Execution. Bei einem vergleichbaren Zapier-Setup wären sechs Tasks fällig — bei tausend Bestellungen pro Monat ein Faktor sechs in der Abrechnung.
Der direkte Tarif-Vergleich zu Make findet sich in unserem Make-vs-n8n-Vergleich. Vereinfacht: Sobald ein Workflow mehr als drei Nodes hat, gewinnt n8n im Pricing-Vergleich deutlich.
Drei Sub-Punkte, die in der Tarif-Übersicht selten stehen:
Drei klare Schwellen, an denen die Rechnung kippt. Sie stammen aus realen Setups, die wir bei Mittelständlern gerechnet haben.
Auf dem Starter-Plan sind 2.500 Executions inkludiert. Wer regelmäßig zwischen 1.500 und 2.000 Executions liegt, hat den Wechsel-Druck früh: Eine ungeplante Spitze (zum Beispiel ein Massenversand oder ein Datenmigrations-Job) reißt das Limit. Der Pro-Plan kostet zwar das 2,5-fache, gibt aber das Vierfache an Headroom — und kostet ab Schwelle 1.500 oft weniger als Add-On-Pakete für überzogene Executions.
Wer den Pro-Plan voll auslastet und absehbar in den fünfstelligen Bereich pro Monat geht, sollte Self-Hosting durchrechnen. Ein produktionsreifer Self-Hosting-Stack auf einem mittelgroßen VPS kommt im Vollbetrieb auf 30 bis 60 Euro Hardware-Kosten plus Wartungspauschale. Das ist günstiger als der Pro-Plan, wenn die Wartung intern gestemmt werden kann.
Diese Schwelle ist nicht volumen-, sondern anforderungs-getrieben. Sobald SSO, Audit-Logs, dedizierte Instanzen oder ein vertraglicher SLA Pflicht werden, führt nichts an Enterprise vorbei. Wer das nicht braucht, bleibt auf Pro oder migriert nach Self-Hosting — das deckt die meisten Volumen-Sprünge günstiger ab.

Self-Hosting ist nicht gratis — auch wenn die Software selbst keinen Cent kostet. Drei realistische Setup-Pfade für KMU.
Ein 4-vCPU-VPS bei Hetzner oder IONOS kostet 15 bis 25 Euro pro Monat. Plus DNS, Backups (S3-kompatibler Storage für 5 Euro), TLS-Zertifikat über Let's Encrypt gratis. Wer jemanden im Haus hat, der Docker-Compose lesen kann und monatlich eine Stunde Wartung übernimmt, kommt auf Hardware-Kosten von rund 30 Euro plus interne Personalzeit. Der praktische Aufbau steht in unserer n8n-Self-Hosting-Anleitung.
Wer keine eigenen IT-Ressourcen hat, aber DSGVO-konforme Infrastruktur braucht, lagert den Betrieb aus. Managed n8n-Angebote in deutschen Rechenzentren mit Updates, Backups und Monitoring liegen typischerweise bei 80 bis 150 Euro pro Monat. Genau diese Lücke decken wir mit unserem n8n-Hosting in Deutschland ab. Vergleich zur Cloud: Bei 8.000 Executions und 80 Euro im Monat liegt Managed-Self-Hosting unterhalb des Cloud-Pro-Plans.
Für regulierte Branchen oder Unternehmen mit strikten Datenschutz-Vorgaben ist On-Prem auf eigenem Kubernetes-Cluster eine Option. Hier rechnen wir realistisch mit 200 bis 500 Euro Hardware-Anteil pro Monat (anteilig am bestehenden Cluster) plus 1.000 bis 2.500 Euro intern für Aufbau und Pflege im laufenden Betrieb. Lohnt sich erst ab fünfstelligen Volumen oder wenn Compliance-Auflagen jeden Cloud-Betrieb ausschließen.
Drei Punkte, an denen sich n8n im Pricing-Wettbewerb absetzt.
Drei Posten, die in keinem Tarif-Blatt stehen, aber jede Pricing-Rechnung verschieben.
n8n-Nodes sprechen externe APIs an, und diese APIs haben eigenes Pricing. Ein KI-Workflow mit GPT-4o kostet bei moderatem Volumen 50 bis 200 Euro pro Monat an OpenAI-Calls. SMS-Versand über Twilio, Geocoding über Google Maps, Mail-Versand über SendGrid — alles eigene Tarife. Bei manchen Setups übersteigen die API-Kosten den n8n-Tarif um ein Vielfaches.
Ein Workflow ist nie fertig. APIs ändern sich, Felder kommen dazu, Edge-Cases tauchen auf. Wer Self-Hosting fährt und keine internen Ressourcen für Wartung hat, sollte einen Dienstleister einplanen. Bei externer Betreuung sind 200 bis 800 Euro pro Monat üblich, je nach Anzahl produktiver Workflows. Bei Cloud-Setups entsprechend weniger, weil die Infrastruktur ausfällt — die Workflow-Pflege bleibt aber.
Self-Hosting nutzt eine Postgres-Datenbank für Execution-Historie und Credentials. Wer hochfrequent Workflows fährt, sieht die Datenbank um zwei bis fünf Gigabyte pro Monat wachsen. Storage ist günstig, aber Backup-Strategie und Pruning der alten Executions sind Pflicht — sonst läuft die Disk voll. Cloud-Tarife haben diese Limits eingebaut, dafür weniger Kontrolle über die History-Tiefe.

Drei typische Personas, die wir in Mittelstands-Projekten wiederfinden. Wer sich in einer wiedererkennt, hat den Pricing-Pfad abgesteckt.
Ein einzelner Vertriebler, ein Mini-Team in der Buchhaltung, ein Solopreneur. Volumen unter 2.000 Executions pro Monat, keine SSO-Pflicht, kein eigenes IT-Team. Cloud Starter ist die richtige Wahl — 24 Euro im Monat, kein Server-Aufwand, direkter Zugriff im Browser. Wer Self-Hosting probieren will, kann das auf einem 5-Euro-VPS machen, gewinnt aber kaum Geld.
Das klassische Großhandels- oder Steuerberater-Team mit fünf bis zwanzig Workflows in Produktion. Hier wird die Rechnung interessant. Wenn IT-Ressourcen vorhanden sind: Self-Hosting auf VPS mit 30 bis 60 Euro Hardware-Kosten. Wenn nicht: Cloud Pro für 60 Euro oder unser Managed Hosting für rund 100 Euro mit DSGVO-Garantie. Welche Konstellation passt, hängt am Wartungsaufwand, nicht am Listenpreis. Eine grundsätzliche Einordnung zur Großhandels-Digitalisierung steht in unserem Beitrag zur Digitalisierung im Großhandel.
Mehr als hundert Mitarbeiter, regulierte Branche, Audits, SSO, Audit-Logs. Cloud Enterprise ist der einfachere Weg, weil n8n den Compliance-Footprint mitbringt. On-Prem auf Kubernetes ist möglich, lohnt sich aber nur, wenn das IT-Team eine Plattform-Strategie hat und n8n als ein Baustein unter vielen betreibt.
n8n ist im Vergleich zu klassischen iPaaS-Tools günstig — vor allem, weil das Execution-Modell den Stückpreis dramatisch drückt, sobald Workflows komplexer werden. Der Cloud-Starter-Plan mit 24 Euro deckt einen Solo-Operator ab, der Pro-Plan mit 60 Euro die meisten KMU-Teams. Erst bei fünfstelligem Volumen oder Compliance-Pflicht verschiebt sich die Rechnung Richtung Self-Hosting oder Enterprise.
Was den Listenpreis fast immer schlägt, sind die Folgekosten: API-Aufrufe externer Dienste, Aufbau und Pflege der Workflows, Datenbank-Wachstum bei Self-Hosting. Wer ein realistisches Pricing-Modell aufstellt, sollte diese drei Posten direkt mitkalkulieren. Sonst sieht das Tarif-Blatt günstig aus, der Monatsabschluss aber nicht.
Ihr wollt für euer konkretes Volumen rechnen, ob Cloud Pro, Managed Self-Hosting oder Enterprise die wirtschaftlichste Variante ist? Sprecht uns an, wir gehen die drei Pfade gemeinsam durch und legen die Schwellen für euren Use Case offen.